Dan Robbins, der Erfinder von Malen nach Zahlen

Malen nach Zahlen ist ein wunderbarer Zeitvertreib, dem neben Kindern auch immer mehr Erwachsene mit Leidenschaft nachgehen. Denn mithilfe der nummerierten Leinwände und der dazu passenden Farben lässt sich von abstrakten Landschaften bis zu fotorealistischen Fahrzeugen nahezu jedes Motiv Pinselstrich für Pinselstrich zum Leben erwecken. Und das ganz ohne Malkenntnisse oder kreative Ader, was das Malen nach Zahlen für nahezu jedermann zugänglich macht. Doch wem haben wir dieses herrlich entspannende Hobby, dem schon seit Generationen viele Menschen mit Freude nachgehen, zu verdanken? Die Antwort auf diese Frage geben wir Dir in diesem Artikel.

 

Die Suche nach einer Idee für ein neues Hobby

 

Die Idee für die Ausmalbilder geht auf den 1925 in der US-Automobilmetropole Detroit geborene Dan Robbins zurück. Der Sohn eines Autoverkäufers und einer Hausfrau war selbst ein begabter Maler. Sein Talent nutzte er zunächst während des Zweiten Weltkriegs als Kartenzeichner bei der US-Armee. Danach verdiente er seinen Lebensunterhalt bei der Detroiter Palmer Paint Company als Entwickler von Wassermal-Sets für Kinder. Anfang der 1950er-Jahre ging es den Amerikanern finanziell so gut, dass sie ausreichend Geld hatten, um sich neue Hobbys zu suchen. Davon wollte auch Robbins Chef, Max Klein, profitieren. Er beauftragte Robbins damit, den Amerikanern das Malen näher zu bringen und so den Absatz an Malprodukten zu steigern.

 

Robbins dachte an Leonardo da Vinci

 

Nach einigen Versuchen dachte Robbins an den großen Leonardo da Vinci und wie dieser seinen Schülern das Malen gelehrt haben soll. Angeblich nutzte da Vinci Zahlen, die er in die Leinwand integrierte und die seine Schüler mit den dazugehörigen Farben ausmalen mussten. Dieses Prinzip nahm Dan Robbins als Vorbild für seine Ausmalbilder. Für seine erste Präsentation stellte er ein abstraktes Stillleben zusammen, reduzierte es bis auf die Umrisse (Outlines) und wies jedem Feld eine Ziffer zu, die einer Farbe entsprach. Das „Abstract No. 1“ war laut Robbins ein Mix aus „Picasso, Braque und einer Prise Robbins“. Das Bild stellte er Max Klein vor, der die Idee von den Zahlen gut fand, von dem Motiv jedoch nicht begeistert war. Erst nach einigen Änderungen am Motiv war der Firmenchef dazu bereit, der Idee seines Angestellten eine Chance zu geben – die Geburtsstunde des Malen nach Zahlen.

 

Das erste Malen nach Zahlen-Set für 2,50 US-Dollar

 

Im März 1951 war es endlich soweit: Dan Robbins Idee lag unter der Marke Craft Master in den Regalen von Macy’s in New York. Das erste Set enthielt neben der Leinwand einige Farben und zwei Pinsel. Die Platzierung bei Macy’s erhielten Klein und Robbins jedoch nur, weil sie dem Einkäufer des Kaufhauses garantierten, nicht verkaufte Einheiten zurückzunehmen. Um den Verkäufen etwas auf die Sprünge zu helfen, stellte Klein zwei Vertreter ein, denen er jeweils 250 US-Dollar gab. Diese sollten das Geld an Familie, Freunde, Nachbarn und jeden anderen verteilen, der bereit war, sich eines der Craft Master Sets bei Macy’s für 2,50 US-Dollar zu kaufen. Der Marketing-Trick funktionierte: Schnell waren die ersten Sets ausverkauft und andere Kunden ließen sich von der künstlich erzeugten Hysterie anstecken und wollten selbst Malen nach Zahlen-Bilder kaufen. In der Folge explodierten die Bestellungen für die Kits. Im Jahr 1954 hatten Klein und Robbins bereits 12 Millionen Sets verkauft. Jedes trug auf seiner Verpackung den Slogan „Every Man a Rembrandt!“, was übersetzt soviel heißt wie „Jedermann ist ein Rembrandt!“ und verdeutlichen soll, dass praktisch jeder in der Lage ist, dank Malen nach Zahlen mit Pinsel und Farbe kleine Kunstwerke zu erschaffen.

 

Die Zeit nach dem großen Erfolg

 

Die Umsätze von Kleins Firma erreichten in den folgenden Jahren immer neue Rekorde. Den Höchststand markierte 1955 mit sagenhaften 20 Millionen US-Dollar, was heute rund 195 Millionen US-Dollar entspräche. Das machte natürlich auch andere Unternehmen auf die Idee aufmerksam, die schnell mit eigenen Produkten in den Markt einstiegen und für eine Sättigung sorgten. 1957 verkaufte Klein seine Firma. Dan Robbins blieb noch einige Jahre bei dem neuen Eigentümer, bis er 1973 in Ruhestand ging und seine Zeit als freiberuflicher Maler verbrachte. Im Jahr 2019 starb Dan Robbins im Alter von 93 Jahren in Sylvania, Ohio. Mit seinen Malen nach Zahlen-Bildern hinterlässt er uns ein Vermächtnis, das wahrscheinlich auch noch den vielen kommenden Generationen große Freude bereiten wird.

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